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|  Reisejournal Downunder  |

 

Donnerstag, 05. August 2004, 21:09 Uhr

Die Zeit des Reisens naht

Nur noch vier Wochen, dann geht´s endlich los nach "Downunder": Am Freitag, 3.09. kurz vor Mitternacht geht mein Flug ab Frankfurt nach Perth an die Westküste Australiens, ins Land der Känguruhs und Koalas, der roten Felsen und Eukalyptusbäume. Ich kann es irgendwie noch gar nicht richtig glauben, dass es endlich klappt und ich mir diesen jahrelangen Traum einer ausgedehnten Reise verwirklichen kann. Wenn es doch nur schon morgen so weit wäre. :-)))

Australien ist der am weitesten von Europa entfernte Kontinent, d.h. man kann als Europäer gar nicht noch weiter von zuhause weg sein. Wie mag sich das anfühlen, mehrere Monate mit nur einem Rucksack Zubehör ausgestattet auf sich allein gestellt "in der Fremde" unterwegs zu sein? Ich habe keine Ahnung und bin wahnsinnig gespannt darauf, es zu erfahren!

An dieser Stelle werde ich mich jedenfalls immer mal melden - dies tun zu können, war übrigens der eigentliche Anlass für diese Webseite - und von der Reise und meinen Eindrücken berichten, wenn ich Internetzugang habe. Soweit ich informiert bin, kommt man fast überall gut ins Netz. Ich bin über das Gästebuch und die E-Mail mail@schmusemeier.de erreichbar. Ich freue mich ja übrigens immer wie verrückt über News. Und bitte bloß keine Sorgen machen, dass mir was passiert, sonst passiert mir womöglich noch was ;-)))

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Sonntag, 05. September 2004, 15:47 Uhr

Frankfurt - Singapur - Perth

Perth, 5. September, 21:52 Uhr - Hab die Anreise ueberstanden ... der Flug ging schneller vorbei, als ich gedacht hatte. Aber das war der kuerzeste Tag meines Lebens. Kurz nach dem Fruehstueck an Bord der Boeing 747 war in Asien auch schon wieder Abenddaemmerung. Ich habe einen Film nach dem anderen gesehen und ein Weilchen gedoest und schon war ich nach rund 12 Stunden Flug in Singapur zum Umsteigen.

Weitere 4,5 Flugstunden spaeter war ich dann gegen 1 Uhr nachts Ortszeit Perth am Ziel der (An-)Reise. Der Zoll war zwar ein wenig beunruhigt wegen eines Druckbleistiftes aus Metall in meiner Bauchtasche, sonst gab es jedoch keine Schwierigkeiten bei der Einreise. Das mit dem Abholservice des im Vorfeld gebuchten Backpacker Hostels hat leider nicht geklappt, aber ich konnte mit dem City Shuttle Bus zur Unterkunft fahren. Alle sehr freundlich und zuvorkommend hier ;-)

Und nun habe ich erstmal fast den ganzen Sonntag verpennt, um 4 Uhr morgens Ortszeit ins Bett und um 4 Uhr nachmittags ausgeschlafen. Ich habe mir zunaechst mal die Stadt zu Fuss angesehen, um einen ersten Eindruck zu bekommen ... und jetzt wirft mich der Mensch im Internetcafe raus, Feierabend. Dann gehe ich doch jetzt mal ein australisches Bier trinken. Bis bald!

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Mittwoch, 08. September 2004, 13:14 Uhr

Auf Tour im Suedwesten

Albany, 8. September, 20:15 Uhr - Bis gestern hatte ich noch grosse Probleme mit meinem Tag-Nacht-Rhythmus, d.h. ich lag nachts stundenlang wach und bin entsprechend verpennt in den Tag gestartet. Jetzt ist soweit alles im Lot, morgens frueh raus ist Pflicht, denn gegen 19 Uhr ist es dunkel und bei dem straffen Programm ... ;-)

Am Montag habe ich mich wetterbedingt - den ganzen Tag Regen und eiskalt - mit Bus und Bahn erstmal 20 km von Perth entfernt ins AQWA (Aquarium Of Western Australia) begeben und mich mit der hiesigen Unterwasserwelt bekannt gemacht. Das AQWA mir noch besser gefallen, als das Two-Oceans-Aquarium in Kapstadt. Habe einen Manta gestreichelt und Sea Dragons, Seepferdchen, Krokodile, blaue Seesterne, Octapusse und natuerlich unzählige bunte Fischlein bewundert. Anschliessend habe ich die Innenstadt und den alten Hafen in Perth erkundet, eine australische Handy-Prepaid-Karte und einen zweiten Chip fuer die Digitalkamera beschafft und mir den Film "The Village" angesehen (war schon sehr lange nicht mehr im Kino ;-)

Seit Dienstag bin ich nun on Tour mit "Travelabout" Richtung Suedwesten. Ueber die Orte Mandurah und Busselton ging es am ersten Tag entlang der Kueste zu den "Ngilgi Caves", einem riesigen Hoehlensystem, von den Aboriginies entdeckt und geheiligt, heuer in ca. 45 Minuten fuer Besucher zu begehen. Wie tief das nach unten ging hab ich vergessen, aber es war ein gutes Gefuehl, wieder Tageslicht zu sehen.
Ueber Margaret River - der number one Weinregion Australiens - und Augusta fuhren wir weiter zum Cape Leeuwin, dem suedwestlichsten Punkt des Kontinents und dann weiter nach Pemberton zum ersten Uebernachtungsstopp in einer urigen Huette mitten im Wald. Bei Barbecue und Lagerfeuer habe ich mich mit den anderen 7 Mitreisenden (aus Australien, Japan, Schottland, England) und den Tourguides Dean und Ben bekannt gemacht. Das war wirklich ein sehr unterhaltsamer, gar philosophischer Abend und mein Englisch ist dann doch besser als ich dachte. Aber muehsam ist manchmal schon, wenn man nicht spontan die Worte findet, die man gerade unbedingt benoetigt, um seinen Standpunkt zu formulieren. Aber ich bin ja quasi erst angekommen, das wird schon noch ;-)

Am heutigen Tag gab es in erster Linie Baeume zu sehen, denn wir waren in den Southern Forests unterwegs, einem uralten Eukalptuswald, in dem die endemischen Baumarten Karri, Marri und Jarrah wachsen, die bis zu 90 Meter hoch und 400 Jahre alt werden (< Reisen bildet ;-). Ich habe ganz tapfer den "Bicentennial Tree", einen 75 Meter hohen Karri-Baum, bestiegen (*weiche Knie*) und im "Valley Of The Giants" beim Tree Top Walk ueber eine Rundbruecke den Wald aus 40 m Hoehe und somit mal aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet, die sonst nur Voegeln und kletternden Beuteltieren vorbehalten ist. Die erste Information, die wir bei Ankunft erhielten, war, dass es in diesem Wald giftige Schlangen gibt und wir keinesfalls den Pfad verlassen duerfen. Schluck. Ich natuerlich mit Sandalen unterwegs ... aber ich bin brav auf dem Weg geblieben, so wie es auf den vielen gelben Schildern zu lesen war und hab keine einzige Schlange gesehen. Irgendwie schade!

Im weiteren Tagesverlauf habe ich traumhaft schoene Straende (William and Frenchman's Bay), bizarre Felsformationen (The Gap, Natural Bridge, Blowholes, Elephant Rocks) und auch einige Kaenguruhs im Torrndirrup National Park gesehen. Und die Sensation des Tages war: Es hat endlich aufgehoert, zu regnen!

Die Tour macht echt Spass. Ist zwar eine Menge Fahrerei, aber waehrend der Fahrzeiten die wunderschoene Landschaft zu geniessen, mein Englisch durch Lesen und Quatschen zu trainieren und Musik zu hoeren, fand ich bisher recht unterhaltsam.

Morgen geht es dann wieder zurueck nach Perth. Bis bald!

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Donnerstag, 09. September 2004, 14:31 Uhr

Zurueck in Perth

Perth, 9. September, 20:35 Uhr - So, erste Tour beendet und wieder nach Perth zurueckgekehrt. Ich bin diesmal in einem anderen Hostel abgestiegen, dem "Billabong Backpacker". Meine sehr nette Mitbewohnerin kommt aus Freiburg, so dass ich mich heute abend zum ersten Mal wieder ausgedehnt und auf deutsch unterhalten konnte. Nette Abwechslung! Das Hostel ist absolute spitze: Es ist alles da was man braucht, alles sauber, alle freundlich, kostenloses Fruehstueck und Instantkaffee zur freien Verfuegung. Ich wohne in einem 4-Zimmer, wir sind aber nur zu zweit, haben ein eigenes Bad und einen kleinen Balkon und das alles fuer 20 AU$ (ca. 12 Euro).

Aber auch hier sind die PCs geschuetzt: Ausser Browser oeffnen darf man gar nix, d.h. es gibt keine Moeglichkeit, meine Fotos für euch hochzuladen. Ich hoffe, ich finde bald mal einen Internetzugang, der mir einen Zugriff auf die Festplatte ermoeglicht, sonst gibt es naemlich keine Bildergalerie :-(

Der vergangene Tourtag war leider wieder verregnet. Auf Felsen rumklettern macht bei Naesse nicht sonderlich viel Spass. Erst am spaeten Nachmittag hat sich die Sonne gezeigt. Wir haben die Strecke Albany - Perth zurueckgelegt, d.h. es war abgesehen von einem Spaziergang am Middleton Beach, einer Weinprobe und der ca. anderthalbstuendigen Besteigung des Castle Rock (Wahnsinnsaussicht, wow, trotz des schlechten Wetters) in erster Linie Fahren angesagt. Die Guides waren recht angetan von meinen Sampler-CDs, so dass ich waehrend der Fahrt meine Musik hoeren und mich unterhalten konnte (so ohne Stöpsel im Ohr). Na ja, was heisst unterhalten ... der Rest der Truppe hat wegen des ausgedehnten Abends im Pub und den vielen spendierten Biers fast durchgängig gepennt. Die Australier saufen vielleicht was weg, kann ich euch sagen!

Ich bin jedenfalls topfit und freue mich auf die naechste Tour: Morgen geht es fuer vier Tage Richtung Norden nach Monkey Mia und wieder zurueck, diesmal mit "Active Safaris". Wenn ich keine Delfine zu sehen kriege, fliege ich sofort wieder nach Hause ;-) Aber das kann eigentlich gar nicht passieren, hat man mir versichert.

Drueckt mir bitte die Daumen fuer besseres Wetter und zahlreiches Delfin-Aufkommen. Bye.

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Montag, 13. September 2004, 15:38 Uhr

Schade, schon wieder vorbei

Perth, 13. September, 21:40 Uhr - Die Tour war grossartig. Die Zeit war kurz, die Reiseziele zahlreich, die Erlebnisse atemberaubend und das Wetter brillant!

Ich habe einen lustigen "Thorny Devil" getroffen, von Pelikanen umringt am Strand gedoest (die sind ja vielleicht gross), fantastische Buchten und Sonnenuntergaenge gesehen, auf einer Horseranch einem traditionellen australischen (man sagt hier: Aussie) Barbecue am Campfire beigewohnt, Kormorane beim Fische beobachtet und mir beim Abseilen in eine Schlucht eine Extra-Portion Adrenalin verabreicht (rückwärts kann ja jeder, vorwärts is ... hui)! Ueber 2200 km habe ich mittlerweile zurueckgelegt und dabei nur einen Bruchteil dessen gesehen und erlebt, was Western Australia zu bieten hat, *seufz*.

Mein persoenliches Highlight dieser Tour - neben der Einladung von Simon, dem Tourguide, bei ihm zuhause morgen abend ENDLICH ein paar (hundert) Fotos hochladen zu koennen - war definitiv das Monkey Mia Resort und die aufregende und lebenserste Begegnung mit Delfinen an diesem traumhaft schoenen Strand.

Sowohl am Strand bei der Fuetterung als auch bei der Katamaran-Tour erschienen jede Menge Delfine. Nur mitgeben wollten sie mir leider keinen ;-). In der zum UNESCO Weltnaturerbe erklaerten Region Shark Bay leben noch sehr viel mehr Meerestiere, wie z.B. Dugongs (Seekuehe), Wasserschildkroeten, Mantas, Wale und natuerlich Haie. Bis auf einen kleinen schreckhaften Riffhai haben sich aber alle verborgen gehalten, leider.

Besichtigt habe ich die von Mikroben seit Milliarden von Jahren gebildeten Stromatolites (in Hamelin Pool), die jedoch weniger aufregend zu betrachten sind. Ohne Schilder haette ich gedacht, es handelt sich um kleine lustige Felsen. Aber auch die Bildung soll ja nicht zu kurz kommen auf so einer Reise: Es handelt sich um die aelteste heute noch existierende Lebensform, wenn auch nur einzellig ... jo aller ;-)

Es gab noch andere sehenswerte Reiseziele, z.B. Pinnacles Desert im Nambung National Park (National Park wird jetzt uebrigens ab sofort und in allen weiteren Beitraegen abgekuerzt mit NP), ca. 200 km noerdlich von Perth, eine Ansammlung von tausenden bis zu 5 m hohen Felsnadeln aus Kalkstein.
Oder den Kalbarri NP um den Murchison River, wo wir bei einem mehrstuendigen "Bushwalk" sowohl spektakulaere Felsformationen und Aussichtspunkte als Trilliarden von Wildblumen (in gelb und rosa) inmitten einer eher karg anmutenden Sandsteinlandschaft zu Gesicht bekamen. Die Tour war ein richtiger Erlebnismarathon, ich koennte jetzt mal noch ein paar Tage Auszeit und Ausschlafen in Perth gebrauchen, um das alles zu verarbeiten. Aber der morgige Nachmittag muss ausreichen ;-)

Das Wetter an der Westkueste liegt z.Zt. bei sonnigen 25 Grad Celsius und ist sehr angenehm. Wieder in meinem Hostel und nur noch einen Tag in Perth vor mir, habe ich jede Menge zu erledigen: Paket packen und heimschicken, Waesche waschen, Umpacken, Freemantle und den Kings Park besuchen, Akkus aufladen, die Fahrt zum Flughafen klaeren, ein Hostel in Darwin buchen ... sieht so aus, als muesste ich um 6 Uhr aufstehen. Dies ist definitiv nicht die Art von Urlaub, wo man sich ueberlegen muss, wie man seine Zeit verbringt. Aber genau so wollte ich das ja auch haben, gell ;-)

Am Mittwoch morgen um 7:45 Uhr fliege ich nach Darwin ans Top End, naeher zum Aequator und damit mitten ins tropische Klima. Bin sehr gespannt auf den zu erwartenden Kontrast zur südlichen Westkueste. Western Australia schon wieder verlassen zu muessen, gefaellt mir irgendwie gar nicht. Ich koennte noch viele Wochen hier verbringen ohne mich zu langweilen. Ich hoffe ja wirklich, dass das morgen abend mit den Fotos klappt, denn ich wuerde euch gerne an diesen bezaubernden Ansichten teilhaben lassen. Bilder sagen ja schliesslich mehr als Worte!

Morgen mehr.
Bye.

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